Vorsorge: Ist die Zukunft unserer Altersvorsorge bedroht?
Der demografische Wandel bedroht vor allem die AHV. Für jüngere Generationen wird die private Vorsorge deshalb immer wichtiger.

Das Wichtigste in Kürze
- Der demografische Wandel in der Schweiz bedroht das Vorsorgesystem.
- So werden bald nur noch zwei Erwerbstätige auf einen Rentner kommen
- Lösungsvorschläge wie die Erhöhung des Rentenalters sind unbeliebt.
Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) gilt als wichtigste Säule der Schweizer Altersvorsorge. Sie ist die einzige Säule, die wirklich die ganze Bevölkerung umfasst. Und das ist ihr Problem.
Die Alterspyramide funktioniert nicht mehr
Gegründet wurde die AHV im Jahr 1948 als lediglich 9 Prozent der Schweizer Bevölkerung über 65 Jahre alt war. Wer das Rentenalter erreichte, dem blieben meist nur noch wenige Jahre.
Den wenigen Rentnern standen 60 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gegenüber – ein Verhältnis von 6 zu 1. Dies machte das Umlageverfahren ideal für die Vorsorge.

Diese sogenannte Alterspyramide gibt es jedoch nicht mehr: Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr Pensionisten finanzieren – und diese werden immer älter. Derzeit liegt das Verhältnis noch bei 3 zu 1. Bis 2025 soll es nach einer Prognose des Bundesamts für Statistik auf 2 zu 1 schrumpfen.
Dann müssen je zwei Erwerbstätige mit ihren Einzahlungen eine Person im Ruhestand finanzieren. Und bereits 2029 wird erstmals ein negatives Ergebnis erwartet: Dann zahlt die AHV mehr aus, als sie einnimmt.
Die Reform der Vorsorge
Natürlich kommt der demografische Wandel nicht von heute auf morgen. Doch bislang konnte noch niemand einen echten Lösungsvorschlag für die Vorsorge präsentieren.
Denn an den Gründen lässt sich kaum etwas ändern. Die Menschen werden nun einmal wesentlich älter als noch vor einigen Jahrzehnten und es werden immer weniger Kinder geboren.

Eine gewisse Hoffnung bietet die Migration: Junge berufstätige Einwanderer zahlen in das System ein, bekommen aber noch nichts heraus. Eine Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen hat gezeigt, dass das Land vor allem von Einwandernden aus der EU/EFTA profitiert.
Erst ab 2070 wird auch dieser positive Effekt verblassen, wenn die heute jungen Migranten in der Schweiz Rente beziehen. Und Migration alleine kann die AHV auch nicht retten.
Vorschläge stossen auf wenig Begeisterung
Da an der Alterung der Bevölkerung nichts geändert werden kann, werden andere Lösungen vorgeschlagen. Dazu gehören die Erhöhung des Rentenalters, die Erhöhung der Beiträge oder die Kürzung der ausbezahlten Renten.
Diese stossen in der Schweiz aber verständlicherweise auf wenig Gegenliebe. Kaum jemand möchte gezwungen werden, länger zu arbeiten oder noch mehr von seinem bisherigen Lohn abzugeben.

Eine andere Möglichkeit ist das schwedische Modell der flexiblen Rente. Wer will, kann in dem skandinavischen Land länger in Teilzeit arbeiten und erhält in dieser Zeit nur eine Teilrente. Das kommt vielen Menschen entgegen, die ihren Beruf lieben und sich gebraucht fühlen.
Auch in Deutschland wurde dieses Modell der Altersteilzeit bereits erfolgreich eingeführt. Es hilft aber all jenen nicht, die von Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt betroffen sind. Wer 50 oder 55 Jahre alt ist, findet kaum noch eine neue Stelle.
Private Vorsorge als einzige Lösung
Während Politik und Gesellschaft um die Zukunft der AHV ringen, haben heutige berufstätige Schweizerinnen und Schweizer nur eine Möglichkeit. Die beiden anderen Säulen der Schweizer Vorsorge verstärkt nutzen. Da ist zum einen die betriebliche Rente, die vom Lohn abhängt. Zum anderen gibt es die private Vorsorge als dritte Säule.

Viele Menschen machen sich erst später darüber Gedanken. Doch wer früh in die eigene Vorsorge investiert, profitiert später umso mehr. Schon mit kleinen Beträgen lässt sich ein Vermögen aufbauen.
Besonders interessant ist dies bei der Vorsorge der Säule 3b, die völlig frei gewählt werden kann. Zur Auswahl stehen beispielsweise Aktienfonds oder Lebensversicherungen. Im Idealfall kann der spätere Lebensstandard mit der richtigen Vorsorge zu 100 Prozent gehalten werden.